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Kritik an Ersatzmittel für Autoklimaanlagen |
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Geschrieben von [KaD] S3MM3L
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Samstag, 31. Oktober 2009 |
Tetrafluorethan
(Handelsname R 134a), das bisher verwendete Kältemittel
für Autoklimaanlagen, ist 1300mal so schädlich für das Klima wie
Kohlendioxid. Entweichen die rund 700 Gramm Kältemittel durch einen
Unfall aus der Klimaanlage, trägt das in etwa so viel zur
Klima-Erwärmung bei, wie eine Tonne CO2. Deshalb hat die EU 2006 die
Verwendung von R 134a bei neuen Fahrzeug-Modellen ab 2011 verboten.
Der Zeitplan war sportlich, schließlich musste sich die ganze
Industrie auf ein neues Kältemittel einigen und darauf angepasste
Klimaanlagen entwickeln. Doch lange Zeit sah es so aus, als lägen die
Hersteller gut im Fahrplan: Schon auf der Internationalen
Automobilausstellung 2007 legte sich Matthias Wissmann, Präsident des
Verbandes der Deutschen Automobilindustrie, für die deutschen Autobauer
auf Kohlendioxid als neues Kältemittel fest – und erhielt dafür sogar
den Applaus von Umweltverbänden.
Doch dann begann der Zoff: Der Europäische Herstellerverband ACEA
wollte der VDA-Linie nicht folgen. Die amerikanischen Autobauer waren
ohnehin nie große Fans der CO2-Technologie – unter anderem, weil sich
CO2 nicht so gut für extrem hohe Außentemperaturen eignet, wohl aber
auch, weil die Kompetenz für CO2-Klimaanlagen vor allem in Europa zu
Hause ist.
Jetzt sieht es so aus, als sei die gesamte Autoindustrie auf ein
neues Kältemittel umgeschwenkt. Es trägt das Kürzel 1234yf (chemisch:
Tetrafluorpropen) und wird von den US-Konzernen Honeywell und DuPont
angeboten. 1234yf ist zwar immer noch viermal so klimaschädlich wie
CO2, soll aber laut Honeywell bereits nach vier Tagen in der Atmosphäre
zerfallen. Der zentrale Vorteil aber ist, zumindest aus Sicht der
Autohersteller: Es lässt sich ohne große Änderungen in herkömmlichen
Klimaanlagen betreiben.
Ergebnis ist nun, berichtet
Technology Review in seiner Online-Ausgabe, dass sich die Einführung
von umweltfreundlichen Klimaanlagen weiter verzögern wird. Die Deutsche
Umwelthilfe (DUH) spricht davon, dass die Autobauer die EU-Vorgaben
"boykottieren" würden. Zudem mehrt sich die Kritik am Ersatzstoff:
Während die Eigenschaften von CO2 gut bekannt sind, sind die
gesundheitlichen Auswirkungen von 1234yf zumindest zweifelhaft. Die DUH
bezeichnet 1234yf deshalb gar als "gefährlichen Chemiecocktail".
@heise.de.
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